Viele angehende Immobilienverwalter unterschätzen die Prüfung zum zertifizierten Verwalter nach § 26a WEG nicht wegen der Inhalte, sondern wegen fehlender Struktur in der Vorbereitung. Häufig wird ohne klaren Plan gelernt, Themen werden durcheinander bearbeitet und Fortschritte bleiben schwer messbar. Das führt schnell zu Unsicherheit und dem Gefühl, nie „fertig“ zu werden. Die gute Nachricht ist: Mit einer klaren Lernstrategie ist die Prüfung sehr gut machbar – auch für Quereinsteiger ohne Vorerfahrung. Entscheidend ist nicht die Menge des Lernstoffs, sondern die Art, wie du ihn dir erarbeitest.
Im Folgenden findest du Lernstrategien, die sich in der Praxis bewährt haben und gezielt auf die Anforderungen der IHK-Prüfung zugeschnitten sind.
1. Beginne mit dem WEG-Recht – und zwar ganz am Anfang
Das WEG-Recht ist das Fundament der gesamten Prüfung und zugleich der häufigste Stolperstein. Viele Einsteiger machen den Fehler, direkt zwischen Abrechnung, Technik und Recht zu wechseln. Dadurch fehlt das grundlegende Verständnis für Zusammenhänge. Wer das WEG-Recht systematisch von Anfang an aufbaut, erkennt später viele Lösungen fast automatisch. Dieser Schritt entscheidet maßgeblich über deinen Prüfungserfolg.
- Lies die relevanten Paragraphen, ohne sie sofort auswendig lernen zu wollen
- Konzentriere dich auf die Struktur: Wer entscheidet was? Wer ist wofür verantwortlich?
- Erstelle dir eine Übersicht der wichtigsten Paragraphen (§§ 1–28 WEG)
2. Arbeite mit Beispielen statt nur mit Theorie
Die IHK prüft nicht, ob du Gesetzestexte aufsagen kannst, sondern ob du Situationen richtig beurteilst. Reine Theorie bleibt abstrakt und hilft in der Prüfung nur begrenzt weiter. Erst durch Praxisbeispiele wird das WEG-Recht verständlich und anwendbar. Dieser Ansatz ist besonders wichtig für die mündliche Prüfung, in der du Entscheidungen begründen musst.
- Bearbeite typische Fälle wie Wasserschäden, Beschlussfehler oder bauliche Veränderungen
- Suche die Lösung direkt im Gesetz und leite sie logisch her
- Begründe dein Vorgehen anhand der relevanten Paragraphen
3. Lerne in kleinen Einheiten – aber regelmäßig
Viele glauben, sie müssten mehrere Stunden am Stück lernen, um Fortschritte zu machen. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall. Kurze, regelmäßige Lerneinheiten sind deutlich effektiver und lassen sich besser in den Alltag integrieren. Gerade für Berufstätige ist diese Methode ideal. Kontinuität schlägt Intensität.
- 20–30 Minuten pro Lerneinheit
- Täglich ein klar abgegrenztes Thema
- Wiederholungen fest in den Lernplan einbauen
4. Verwende Karteikarten – digital oder analog
Karteikarten sind eines der effektivsten Werkzeuge für die §26a-Prüfung. Sie helfen dir, Wissen aktiv abzurufen und langfristig zu speichern. Besonders für Definitionen, Paragraphen und typische Begriffe sind sie ideal. Digitale Tools erleichtern zusätzlich die systematische Wiederholung.
- Definitionen wie Gemeinschaftseigentum, Umlageschlüssel oder bauliche Veränderungen
- Wichtige Paragraphen mit kurzen Erklärungen
- Typische Fachbegriffe wie ordnungsmäßige Verwaltung oder Zustimmungspflicht
- Einfache Rechenbeispiele aus Abrechnung und Wirtschaftsplan
5. Wiederhole systematisch mit der Leitner-Methode
Nicht jedes Thema ist gleich schwer. Die Leitner-Methode sorgt dafür, dass du deine Lernzeit gezielt einsetzt. Sicheres Wissen wird seltener wiederholt, unsicheres Wissen häufiger. Dadurch lernst du effizienter und vermeidest unnötige Wiederholungen.
- Sicheres Wissen in längeren Abständen wiederholen
- Unsicheres Wissen häufiger trainieren
- Lernzeit gezielt auf Schwächen konzentrieren




