Der Weg zum zertifizierten Verwalter nach § 26a WEG wirkt auf viele angehende Immobilienverwalter zunächst anspruchsvoll und unübersichtlich. Umfangreiche rechtliche Vorgaben, kaufmännische Themen, technische Grundlagen und eine strukturierte IHK-Prüfung müssen miteinander kombiniert werden. Genau hier verlieren viele den Überblick oder unterschätzen den Zeitaufwand. Mit einem klaren Lernpfad, realistischen Etappen und der richtigen Priorisierung lässt sich die Prüfung jedoch sehr gut innerhalb von sechs Monaten vorbereiten – auch neben dem Beruf. Entscheidend ist nicht, wie viel Zeit du auf einmal investierst, sondern wie systematisch du vorgehst.
Dieser Lernpfad zeigt dir Schritt für Schritt, wie du dich über sechs Monate hinweg sicher aufbaust und strukturiert auf die Prüfung hinarbeitest.
Monat 1: Grundlagen schaffen – WEG-Recht verstehen
Der erste Monat legt das Fundament für alles Weitere. Das Wohnungseigentumsgesetz ist der zentrale Prüfungsbereich und gleichzeitig die Basis der täglichen Verwaltungspraxis. Wer hier sauber startet, spart sich später viel Zeit und Unsicherheit. Ziel ist es nicht, Paragraphen auswendig zu lernen, sondern die Systematik des WEG zu verstehen. In diesem Monat geht es darum, ein stabiles Grundverständnis aufzubauen.
Lernziele:
- Aufbau und Struktur des WEG verstehen
- Zentrale Paragraphen einordnen können
- Unterschied zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum sicher erklären
- Grundverständnis der ordnungsmäßigen Verwaltung entwickeln
Fokus-Themen:
- §§ 1–10 WEG: Grundbegriffe und Struktur
- §§ 18–19 WEG: Ordnungsmäßige Verwaltung
- § 20 WEG: Bauliche Veränderungen
- §§ 23–25 WEG: Eigentümerversammlung und Beschlussfassung
- § 27 WEG: Aufgaben und Befugnisse des Verwalters
- § 28 WEG: Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung
Aufgaben:
- Tägliches WEG-Studium (20–30 Minuten)
- Erste einfache Übungsfragen bearbeiten
- Karteikarten für Definitionen und Kernbegriffe anlegen
Monat 2: Kaufmännische Grundlagen und Abrechnungssicherheit
Im zweiten Monat verlagerst du den Fokus auf die kaufmännische Verwaltung. Viele Einsteiger haben hier zunächst Respekt, doch mit einem systematischen Ansatz wird dieser Bereich schnell greifbar. Die Prüfung verlangt kein Buchhalterwissen, sondern ein solides Verständnis für Abrechnung, Planung und Kostenstrukturen. Dieser Monat sorgt dafür, dass Zahlen ihren Schrecken verlieren.
Lernziele:
- Aufbau und Logik des Wirtschaftsplans verstehen
- Jahresabrechnung korrekt lesen und nachvollziehen
- Kostenarten sicher unterscheiden
- Umlageschlüssel richtig anwenden
- Rücklagen korrekt einordnen
Fokus-Themen:
- Bewirtschaftungskosten
- Instandhaltungsrücklage
- Einzel- und Gesamtabrechnung
- Offene Posten
- Zahlungsflüsse und Liquidität
Aufgaben:
- Rechenbeispiele Schritt für Schritt durcharbeiten
- Musterabrechnungen analysieren
- Eigene einfache Proberechnungen erstellen
Monat 3: Technische Grundlagen der Immobilienverwaltung
Technische Themen werden häufig unterschätzt, sind aber ein fester Bestandteil der Prüfung. Du musst kein Techniker sein, solltest aber typische Anlagen, Wartungszyklen und Prüfpflichten kennen. Ziel dieses Monats ist es, technische Zusammenhänge sicher einordnen zu können und typische Prüfungsfragen souverän zu beantworten.
Lernziele:
- Grundverständnis typischer Gebäudetechnik
- Wartungsintervalle und Prüfpflichten kennen
- Technische Risiken einschätzen können
- Verkehrssicherungspflichten erklären
Fokus-Themen:
- Heizung, Aufzug, Lüftung, Brandschutz
- Trinkwasserverordnung
- Rauchmelderpflicht
- Wartungen und Prüfungen
- Typische Schadensabläufe
Aufgaben:
- Technische Merklisten erstellen
- Typische Wartungspläne durcharbeiten
- Praxisbeispiele aus dem Verwalteralltag analysieren




