Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Definition (Was ist das GEG?)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist das zentrale deutsche Regelwerk für die
energetischen Anforderungen an beheizte oder klimatisierte Gebäude. Es hat 2020
die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengeführt.
Umgangssprachlich oft „Heizungsgesetz“ genannt, regelt es vor allem den Einbau
neuer Heizungen (65 % Erneuerbare-Energien-Pflicht), die Dämmstandards bei
Sanierungen und die Pflicht zur Erstellung von Energieausweisen.
Rechtliche Grundlage
Das GEG ist ein Bundesgesetz. Es dient dem Klimaschutz und der Umsetzung
europäischer Richtlinien zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Für Verwalter
sind besonders die Nachrüstpflichten (§§ 71 ff. GEG) und die Austauschpflichten
(§ 72 GEG) relevant.
Funktionsweise / praktische Bedeutung
Das GEG macht deinen Beruf anspruchsvoller (wie im Video erwähnt:
„Immobilienmanagement und technisches Verständnis“). Es schreibt vor:
- Heizungstausch: Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind
(Konstanttemperaturkessel), müssen in der Regel raus. - Dämmung: Oberste Geschossdecken müssen gedämmt sein, wenn sie nicht den
Mindestwärmeschutz erfüllen. - Rohre: Heizungsleitungen in unberheizten Räumen (Keller) müssen gedämmt werden.
Du musst diese Pflichten kennen und die Eigentümer zwingen, Geld in die Hand zu
nehmen, da es sich um gesetzliche Pflichten handelt, die keinen Aufschub dulden.
Relevanz für die Sachkundeprüfung nach § 26a WEG
Ein Top-Thema in der Prüfung:
- 65%-Regel: Seit 2024 muss jede neu eingebaute Heizung (in Neubaugebieten) zu 65
% mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für den Bestand gelten
Übergangsfristen (Wärmeplanung der Kommune). - Verwalterpflicht: Du musst auf die Einhaltung hinwirken. Ignoriert die WEG deine
Warnung, musst du dies im Protokoll festhalten, um dich von der Haftung
(Bußgeld) zu befreien.
Praxisbezug für Immobilienverwalter
Das GEG sorgt für Konflikte. Ältere Eigentümer wollen oft nicht mehr
investieren. Du musst erklären: „Das ist kein Luxus, das ist Gesetz.“ Wenn du
eine Fassadensanierung begleitest, musst du darauf achten, dass die U-Werte
(Dämmwerte) des GEG eingehalten werden. Sonst ist die Sanierung mangelhaft und
du verlierst Fördergelder.
Typische Fehler oder Haftungsrisiken
Risiko: Verlust der „Blauen Plakette“ (Fördermittel). Wenn du eine Heizung
austauschen lässt, ohne die GEG-Vorgaben und Förderrichtlinien (BEG) zu prüfen,
entgehen der WEG tausende Euro an Zuschüssen. Das ist ein Vermögensschaden, für
den du haftbar gemacht werden kannst.
Zusammenfassung
Das GEG ist der gesetzliche Rahmen für die Energiewende im Gebäudesektor. Es
diktiert dem Verwalter konkrete Handlungs- und Austauschpflichten. Unkenntnis
dieses Gesetzes führt zu massiven Haftungsrisiken und Bußgeldern.
Im Vorbereitungskurs zur Sachkundeprüfung nach § 26a WEG gehen wir die aktuellen
Austauschfristen und Ausnahmeregelungen (Härtefallklauseln) des GEG detailliert
durch.