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Hausgeld

Definition (Was ist Hausgeld?)

Hausgeld (rechtlich: Wohngeld oder Hausgeldvorschuss) ist die monatliche
Vorauszahlung, die jeder Wohnungseigentümer an die Verwalterin oder den
Verwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft leistet. Es ist vergleichbar mit
der „Warmmiete“ eines Mieters, deckt aber mehr ab.

Das Hausgeld setzt sich aus zwei Blöcken zusammen:

  1. Bewirtschaftungskosten: Müll, Wasser, Hausmeister, Versicherung, Heizung,
    Allgemeinstrom.
  2. Instandhaltung: Zuführung zur Erhaltungsrücklage (Sparanteil).

Rechtliche Grundlage

Die Pflicht zur Zahlung ergibt sich aus dem beschlossenen Wirtschaftsplan gemäß
§ 28 Abs. 1 WEG. Die Eigentümer sind verpflichtet, Vorschüsse zu leisten, um die
laufenden Lasten und Kosten des gemeinschaftlichen Eigentums zu tragen (§ 16
Abs. 1 WEG).

Funktionsweise / praktische Bedeutung

Das Hausgeld ist der „Treibstoff“ der WEG. Ohne pünktliche Hausgeldzahlungen
kannst du als Verwalter keine Rechnungen bezahlen. Die Höhe des Hausgeldes wird
einmal jährlich im Wirtschaftsplan festgelegt. Du berechnest die
voraussichtlichen Gesamtkosten und teilst sie durch die Miteigentumsanteile
(oder andere Schlüssel). Beispiel: Gesamtkosten 100.000 € / 1.000 Anteile = 100
€ pro Anteil. Wer 50 Anteile hat, zahlt 5.000 € im Jahr = 416,66 € im Monat.

Relevanz für die Sachkundeprüfung nach § 26a WEG

Wichtige Prüfungsfragen:

  • Fälligkeit: Wann muss das Hausgeld gezahlt werden? (In der Regel monatlich im
    Voraus bis zum 3. Werktag, wie im Mietrecht, sofern nichts anderes beschlossen
    ist).
  • Eigentümerwechsel: Wer haftet für Rückstände? (Nur derjenige, der zum
    Fälligkeitszeitpunkt Eigentümer war. Rückstände gehen nicht automatisch auf den
    Käufer über, es sei denn, dies ist vereinbart oder beschlossen).

Praxisbezug für Immobilienverwalter

Im Alltag wirst du oft gefragt: „Warum ist mein Hausgeld so hoch?“. Du musst
erklären können, dass ein Teil davon (die Rücklage) in die eigene Tasche
(Werterhalt) fließt und nicht „weg“ ist. Ein zu niedrig angesetztes Hausgeld ist
gefährlich. Um Eigentümer zu schonen, kalkulieren manche Verwalter zu knapp. Das
führt zu Liquiditätsengpässen. Das Video erwähnt „Abrechnung fertigstellen“ –
hier gleichst du am Ende des Jahres das gezahlte Hausgeld (Soll) mit den
tatsächlichen Kosten (Ist) ab.

Typische Fehler oder Haftungsrisiken

Risiko: Mangelndes Forderungsmanagement. Wenn Eigentümer ihr Hausgeld nicht
zahlen und du nicht sofort mahnst, gefährdest du die Zahlungsfähigkeit der
ganzen Gemeinschaft. Du bist verpflichtet, die Gelder aktiv einzuziehen
(Inkasso).

Zusammenfassung

Hausgeld ist die monatliche finanzielle Pflicht jedes Eigentümers. Es deckt den
laufenden Betrieb und die Instandhaltung. Für den Verwalter ist die korrekte
Kalkulation und der pünktliche Einzug des Hausgeldes die Basis jeder
ordnungsmäßigen Verwaltung.

Im Vorbereitungskurs zur Sachkundeprüfung nach § 26a WEG zeigen wir dir, wie du
Hausgeldpläne erstellst, die Inflation berücksichtigst und säumige Zahler
konsequent verfolgst.

Zusammenfassung

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