Liquiditätsplanung
Definition (Was ist Liquiditätsplanung?)
Liquiditätsplanung ist die vorausschauende Kontrolle der Zahlungsfähigkeit der
WEG. Es geht darum sicherzustellen, dass zu jedem Zeitpunkt genug Geld auf dem
Konto ist, um fällige Rechnungen (Versorger, Handwerker, Versicherung) zu
bezahlen.
Es ist der Blick in die Zukunft: „Können wir im November noch das Heizöl
bezahlen, wenn jetzt im August die Dachreparatur abgebucht wird?“
Rechtliche Grundlage
Es ist Teil der Pflicht zur ordnungsmäßigen Verwaltung (§ 18 WEG) und zur
Aufstellung des Wirtschaftsplans (§ 28 WEG). Eine WEG, die zahlungsunfähig ist,
ist nicht ordnungsgemäß verwaltet.
Funktionsweise / praktische Bedeutung
Im Video heißt es: „Als Verwalter triffst du Entscheidungen, die finanzielle
Auswirkungen haben“. Eine gute Liquiditätsplanung verhindert, dass du in Panik
gerätst oder teure Mahngebühren für die WEG verursachst. Du prüfst regelmäßig:
- Kontostand Girokonto.
- Offene Forderungen (wer hat Hausgeld nicht gezahlt?).
- Erwartete Ausgaben (wann bucht die Stadtwerke ab?).
Relevanz für die Sachkundeprüfung nach § 26a WEG
Du musst wissen, wann du Gelder verschieben darfst:
- Darf ich Geld von der Rücklage nehmen, um Heizöl zu kaufen? (Grundsätzlich nein,
Zweckbindung! Ausnahme: Kurzfristiger Liquiditätsengpass, muss aber sofort
zurückgeführt werden. Dies nennt man „Vorfinanzierung aus der Rücklage“, ist
rechtlich heikel, aber oft notwendig zur Schadensabwendung).
Praxisbezug für Immobilienverwalter
Der „Albtraum“ jedes Verwalters: Das Konto ist leer, der Winter kommt, und der
Öllieferant liefert nur gegen Vorkasse. Hier zeigt sich professionelles
Management: Frühzeitig Sonderumlagen beschließen oder Hausgelder anpassen, bevor
das Konto leer ist. Liquiditätsplanung ist besonders wichtig bei
Modernisierungsmaßnahmen . Bevor du den Auftrag erteilst, muss das Geld sicher
auf dem Konto sein.
Typische Fehler oder Haftungsrisiken
Risiko: Insolvenzverschleppung (faktisch). Eine WEG kann zwar nicht so einfach
insolvent gehen wie eine GmbH, aber wenn du als Verwalter sehenden Auges in die
Zahlungsunfähigkeit steuerst und Versorgerverträge gekündigt werden, haftest du
wegen Pflichtverletzung.
Zusammenfassung
Liquiditätsplanung ist das Risikomanagement der WEG-Finanzen. Sie sichert die
Handlungsfähigkeit der Gemeinschaft. Ein Verwalter, der die Liquidität nicht im
Blick hat, riskiert Versorgungssperren und massive Haftungsprobleme.
Im Vorbereitungskurs zur Sachkundeprüfung nach § 26a WEG lernst du einfache
Tools und Methoden kennen, um die Liquidität deiner Gemeinschaften mit wenigen
Klicks zu überwachen.