Betriebshaftpflicht
Definition (Was ist eine Betriebshaftpflicht?)
Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du oder deine
Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit Dritten zufügen. Im Gegensatz
zur Vermögensschadenhaftpflicht geht es hier um Personenschäden (Verletzung,
Tod) und Sachschäden (Beschädigung von Eigentum) sowie daraus resultierende
Vermögensschäden ("unechte Vermögensschäden").
Rechtliche Grundlage
Sie ist gesetzlich für die Erlaubnis nach § 34c GewO nicht zwingend
vorgeschrieben (dort geht es um Vermögensschäden), aber sie ist für jeden
Gewerbetreibenden nach § 823 BGB (allgemeine Schadensersatzpflicht) existenziell
wichtig.
Funktionsweise / praktische Bedeutung
Im Video werden „Haftungsrisiken ... bei Verkehrssicherungspflichten“ genannt.
Genau hier greift die Betriebshaftpflicht. Beispiele:
- Du bist bei einer Objektbegehung, stößt versehentlich eine teure Vase im Flur
eines Eigentümers um (Sachschaden). - Ein Kunde rutscht in deinem Büro auf dem frisch gewischten Boden aus und bricht
sich den Arm (Personenschaden). - Du organisierst den Winterdienst schlecht (Organisationsverschulden), ein
Passant stürzt. Zwar haftet oft die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht der WEG,
aber diese nimmt dich in Regress, wenn du deinen Job nicht gemacht hast. Hier
schützt dich deine Betriebshaftpflicht.
Relevanz für die Sachkundeprüfung nach § 26a WEG
In der Prüfung solltest du wissen:
- Abgrenzung: Warum reicht die Vermögensschadenhaftpflicht nicht aus? Weil sie
keine kaputten Vasen und keine gebrochenen Knochen bezahlt. - Deckungsumfang: Sie prüft auch hier, ob du überhaupt schuld bist (passiver
Rechtsschutz).
Praxisbezug für Immobilienverwalter
Viele Verwalter vergessen diese Versicherung, weil sie sich nur auf die
Pflichtversicherung (§ 34c) konzentrieren. Das ist gefährlich. Ein
Personenschaden (lebenslange Rente nach Sturz) kann in die Millionen gehen.
Achte darauf, dass auch Schlüsselverlust mitversichert ist. Wenn du den
Generalschlüssel einer großen Schließanlage verlierst, entstehen enorme Kosten
für den Austausch der Schlösser (Sachschaden am Schloss/System).
Typische Fehler oder Haftungsrisiken
Fehler: Bearbeitungsschäden ausgeschlossen. Achte darauf, dass sogenannte
Bearbeitungsschäden (Schäden an Dingen, an denen du gerade arbeitest)
eingeschlossen sind.
Zusammenfassung
Die Betriebshaftpflicht schützt vor den Folgen von Unfällen und Missgeschicken
(Personen- und Sachschäden) im betrieblichen Alltag. Sie ist die notwendige
Ergänzung zur Vermögensschadenhaftpflicht, um das Haftungsrisiko des Verwalters
komplett abzudecken.
Im Vorbereitungskurs zur Sachkundeprüfung nach § 26a WEG gehen wir darauf ein,
welche Versicherungen du als Selbstständiger unbedingt brauchst und welche
optional sind.