Prüfungskontext: Was musst du über offene Investmentfonds wissen?
In der Sachkundeprüfung nach §34d und §34f geht es darum, dass du offene Investmentfonds von geschlossenen Fonds unterscheidest und erklären kannst, warum die Liquidität und unbegrenzte Anteilszahl so wichtig sind. Du solltest wissen, wie die Anteilsbewertung funktioniert und welche Risiken damit verbunden sind.
Definition: Was sind offene Investmentfonds?
Offene Investmentfonds sind Geldsammelstellen, bei denen du als Vermittler deinen Kunden Anteile anbieten kannst. Der Fonds sammelt Kapital von vielen Anlegern und investiert es in ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren. Anders als geschlossene Fonds gibt es keine Obergrenze für die Anzahl der Anteile – neue Anleger können jederzeit einsteigen und aussteigen.
Typische Missverständnisse
- Viele Kandidaten denken, offene Fonds hätten keine Risiken – das ist falsch. du sind Marktrisiken ausgesetzt.
- Die Verwechslung mit Einzelaktien: Ein offener Fonds bietet dir als Vermittler ein diversifiziertes Produkt, keine Einzeltitelanlage.
- Manche glauben, die Anteilszahl sei fest – nein, sie wächst mit jedem neuen Anleger.
Wie funktioniert die Anteilsbewertung?
Der Wert deiner Anteile (Anteilspreis) wird täglich nach dem Nettoinventarwert (NAV) berechnet. Das bedeutet: Der Gesamtwert aller Vermögenswerte im Fonds wird durch die Anzahl der Anteile geteilt. Steigt der Wert der gehaltenen Wertpapiere, steigt auch der Anteilspreis – und umgekehrt. Das ist wichtig für die Kundenberatung: Dein Kunde sollte verstehen, dass der Anteilspreis täglich schwankt.
Liquidität und unbegrenzte Anteilszahl – der Kern
Das Besondere an offenen Fonds ist die jederzeitige Rücknahme. Dein Kunde kann seine Anteile (fast) jederzeit verkaufen. Das unterscheidet offene von geschlossenen Fonds, bei denen die Anteilszahl begrenzt ist und der Ausstieg schwierig wird. Die unbegrenzte Anteilszahl ermöglicht es, dass der Fonds wachsen kann – neue Anleger zahlen in, bestehende Anleger können heraus.
Praktische Bedeutung für dich als Vermittler
Du brauchst dieses Wissen, um deinen Kunden die Vorteile zu erklären: Flexibilität und Diversifikation. Ein Kleinanleger kann bereits mit kleinen Summen in ein professionell verwaltetes, breit gestreutes Portfolio investieren. Du solltest aber auch die Kosten (Verwaltungsgebühren, evtl. Ein- und Ausstiegsgebühren) klar benennen und erklären, warum der Anteilspreis schwankt.
Gesetzliche Grundlage
Offene Investmentfonds werden hauptsächlich durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und das Investmentsteuergesetz (InvStG) reguliert. Als Vermittler nach §34d GewO oder §34f GewO musst du die wesentlichen Merkmale und Risiken kennen, um deine Kunden angemessen beraten zu können.
Zusammenfassung
Offene Investmentfonds sind Anlageprodukte, bei denen die Anteilszahl nicht begrenzt ist und Anleger jederzeit kaufen und verkaufen können. Der Anteilspreis wird täglich neu berechnet und richtet sich nach dem Gesamtwert der im Fonds gehaltenen Wertpapiere. Diese Liquidität und Flexibilität machen offene Fonds attraktiv – besonders für Kleinanleger, die in ein diversifiziertes Portfolio investieren möchten.
Wichtig für die Prüfung: Du musst erklären können, warum offene Fonds sich von geschlossenen Fonds unterscheiden, wie die Bewertung funktioniert und welche Risiken entstehen. Deine Kunden sollten verstehen, dass Marktbewegungen den Anteilspreis täglich verändern – das ist kein Fehler, sondern die normale Marktlogik.
Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34d lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.




