
Zuletzt aktualisiert: September 2026
Du überlegst, als Versicherungsvermittler zu arbeiten – angestellt in einer Agentur oder selbstständig als Makler? Dann ist die Gehaltsfrage eine der wichtigsten überhaupt. In diesem Artikel findest du aktuelle Zahlen für beide Wege: die Gehälter angestellter Vermittler und die Gewinne Selbstständiger aus der größten Branchenbefragung, dem AfW-Vermittlerbarometer.
Gehalt auf den Punkt
Die wichtigsten Werte im Überblick (Stand: September 2026):
- Einstieg angestellt: Angestellte Versicherungskaufleute starten je nach Region und Arbeitgeber meist mit rund 34.000 bis 43.000 Euro brutto im Jahr.
- Mit Erfahrung angestellt: Nach mehreren Berufsjahren liegen die Gehälter laut Gehaltsportalen typischerweise zwischen 50.000 und 64.000 Euro – im Vertrieb häufig als Kombination aus Fixum und Provision.
- Selbstständig: Unabhängige Vermittler erzielten laut AfW-Vermittlerbarometer zuletzt einen durchschnittlichen Jahresgewinn von rund 79.000 Euro – die Spannbreite ist aber groß: Die Hälfte bleibt unter 50.000 Euro, rund jeder Fünfte liegt über 100.000 Euro.
Wie verdienen Versicherungsvermittler ihr Geld?
Das hängt vom Modell ab. Angestellte Vermittler – etwa in einer Versicherungsagentur oder im Vertrieb eines Versicherers – bekommen ein festes Grundgehalt (Fixum), das im Vertrieb meist durch erfolgsabhängige Provisionen ergänzt wird. Je nach Arbeitgeber macht der variable Anteil einen kleinen Bonus oder einen erheblichen Teil des Einkommens aus.
Selbstständige Vermittler und Makler leben dagegen fast vollständig von Provisionen und Courtagen: Für jede vermittelte Police gibt es eine Abschlussvergütung und meist eine laufende Bestandsprovision, solange der Vertrag besteht. Dieser Bestand ist der eigentliche Vermögenswert eines Maklerbetriebs – er sorgt für planbare, wiederkehrende Einnahmen, muss aber über Jahre aufgebaut werden.
Gehalt als angestellter Versicherungsvermittler
Für angestellte Versicherungskaufleute nennen Gehaltsportale wie Lohnspiegel und Jobvector ein Durchschnittsgehalt von rund 54.000 Euro brutto im Jahr, mit einer typischen Spanne von etwa 2.800 bis 5.500 Euro brutto im Monat. Die Entwicklung folgt dabei einem klaren Muster:
Dazu kommen deutliche regionale Unterschiede: In Hessen, Hamburg und Bayern liegen die Durchschnittsgehälter am höchsten. Und im Vertrieb gilt: Wer gut verkauft, hebt sein Einkommen über die Provision teils erheblich über diese Tabellenwerte.
Wichtig einzuordnen: Solche Portalwerte sind Orientierungsgrößen aus Selbstauskünften und Stellenanzeigen – sie ersetzen keinen Blick in den konkreten Arbeitsvertrag, geben aber ein realistisches Bild der Größenordnung.
Einkommen als selbstständiger Vermittler oder Makler
Für Selbstständige ist die beste verfügbare Datenquelle das jährliche Vermittlerbarometer des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung. Die Kernzahlen der letzten Erhebungen:
- Der durchschnittliche Jahresgewinn unabhängiger Vermittler lag zuletzt bei rund 79.000 Euro (Geschäftsjahr 2023, 16. Vermittlerbarometer mit über 1.100 Befragten) – nach etwa 75.000 Euro im Jahr davor (Quelle).
- Der Durchschnitt täuscht allerdings: Die Hälfte der Vermittler bleibt unter 50.000 Euro Gewinn, während rund 19 Prozent über 100.000 Euro erwirtschaften. Wenige sehr erfolgreiche Betriebe ziehen den Schnitt nach oben.
- Nach Erlaubnisart zeigte die Auswertung zuletzt: Reine Versicherungsvermittler (§ 34d GewO) kamen auf etwa 64.000 Euro, reine Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO) auf rund 80.000 Euro durchschnittlichen Gewinn (15. Vermittlerbarometer).
Zu beachten: Der Gewinn eines Selbstständigen ist nicht mit einem Bruttogehalt vergleichbar – davon gehen noch Krankenversicherung, Altersvorsorge und Steuern ab, dafür entfällt der Arbeitgeberdeckel nach oben.
Angestellt oder selbstständig – der direkte Vergleich
Welche Faktoren beeinflussen das Einkommen?
Bestand und Kundenzahl
Der größte Hebel für Selbstständige: Je größer der betreute Vertragsbestand, desto höher die laufenden Einnahmen – unabhängig vom Neugeschäft einzelner Monate.
Fachwissen und Spezialisierung
Vermittler mit fundiertem Fachwissen können beratungsintensivere und höherwertige Produkte vermitteln – etwa im Gewerbegeschäft oder in der Altersvorsorge – und erzielen damit deutlich höhere Vergütungen als im reinen Privatkunden-Massengeschäft.
Standort und Zielgruppe
In Regionen mit höherer Kaufkraft und bei gewerblichen Zielgruppen sind Beitragsvolumen und damit Provisionen höher. Das AfW-Barometer zeigt entsprechend, dass das Gewerbegeschäft für Makler seit Jahren an Bedeutung gewinnt.
Der erste Schritt: die IHK-Sachkundeprüfung
Egal ob angestellt im Vertrieb oder selbstständig als Makler – wer Versicherungen vermitteln will, braucht in der Regel den Sachkundenachweis. Der Einstieg gelingt auch als Quereinsteiger: Der Weg führt über die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34d GewO. So läuft die schriftliche 34d-Prüfung ab.



