§ 34d GewO Theoretische Prüfung – Informationen zum Ablauf der schriftlichen Prüfung

In der schriftlichen Prüfung sollen Sie anhand meist praxisbezogener Aufgaben nachweisen, dass Sie die grundlegenden Kenntnisse im Bereich der Versicherungsvermittlung erworben haben.

Der schriftliche Prüfungsteil findet in der Regel EDV-gestützt an einem Bildschirm statt. Die Prüfungsfragen werden bundesweit identisch von einer Expertenkommission ausgewählt, um ein einheitliches Niveau der Aufgaben zu gewährleisten. Diese Fragen werden auch später nicht veröffentlicht.

 

1. Wie läuft die schriftliche § 34d-Prüfung ab?

In der schriftlichen Prüfung wird Ihnen ein Prüfungsplatz mit einem eingeschalteten und vorbereiteten Computer zugewiesen. Dieser zeigt zunächst nur einen Begrüßungsbildschirm. Wenn die Aufsicht den Vorbereitungsprozess startet, gelangen Sie in die Anmeldemaske. Dort melden Sie sich mittels Ihrer Prüfungsnummer und Ihres Freitschaltcodes (beides bekommen Sie mit Ihrer Einladung) zur Prüfung an. Es ist also wichtig, die Einladung zur Prüfung mitzubringen. Sie dürfen Notizpapier, das allerdings später abgegeben werden muss und einen nicht programmierbaren Taschenrechner benutzen.

Nach der Prüfungsanmeldung auf dem PC haben Sie zehn Minuten Zeit, sich über eine Informationsseite mit der Bedienung der Prüfung vertraut zu machen. Diese zehn Minuten werden nicht auf die Prüfungszeit angerechnet.

 

2. Wie genau teilt sich die schriftliche § 34d-Prüfung auf?

Die schriftliche § 34d-Prüfung teilt sich in zwei Prüfungsblöcke auf. Der erste Block dauert 90 Minuten, der zweite 70 Minuten. Beide sind durch eine Pause unterbrochen. Die Prüfungsblöcke enthalten folgende Sachgebiete:

Prüfungsblock 1:

Sachgebiet A:

  • Private Vorsorge durch Lebens-/Renten Versicherungsanlageprodukte und Versicherungen zur Arbeitskraftabsicherung - 18 Fragen
  • Gesetzliche Rentenversicherung - 6 Fragen
  • Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung (Direktversicherung und Pensionskasse durch Entgeltumwandlung) - 6 Fragen

 Sachgebiet B:

  • Gesetzliche und private Unfallversicherung - 10 Fragen
  • Gesetzliche und private Krankenversicherung, soziale und private Pflegeversicherung - 12 Fragen

Sachgebiet C:

  • Rechtliche Grundlagen der Versicherungsvermittlung - 18 Fragen

 

Prüfungsblock 2:

Sachgebiet D:

  • Gebäudeversicherung - 11 Fragen
  • Hausratversicherung - 11 Fragen

Sachgebiet E:

  • Haftpflichtversicherung - 12 Fragen
  • Kraftfahrtversicherung - 8 Fragen
  • Rechtsschutzversicherung - 6 Fragen

 

Die Prüfung besteht mit ganz wenigen Ausnahmen aus Single- oder Multiple-Choice-Aufgaben. Das bedeutet, dass Sie die richtigen Lösungen aus bereits vorgegeben Antwortmöglichkeiten auswählen können. Ob es sich um Aufgaben mit einer oder mehreren Lösungen handelt, lässt sich nicht nur aus dem Text herauslesen, sondern auch an der Art der Ankreuzsymbole erkennen. Gibt es sogenannte „Radiobuttons“, also Kreise, ist nur eine Antwort korrekt. Sehen Sie hingegen „Ceckboxen“, also Quadrate, sind mehrere Antworten richtig.

Bei Single-Choice-Fragen ist also immer nur eine der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten korrekt.

Beispiel:

Sie beraten das Ehepaar Löffler zu einer Privat-Haftpflichtversicherung. Familie Löffler bewohnt ein Einfamilienhaus und hat eine 8-jährige Tochter.

Herr Löffler fragt Sie, ob die Tochter für Schäden, die sie verursacht, bereits haftbar gemacht werden kann.

Die Tochter ...

  1. haftet in voller Höhe, wenn die Eltern die Aufsichtspflicht nicht verletzt haben.
  2. haftet für Schäden in der Höhe, die dem Grad ihrer Einsichtsfähigkeit entspricht.
  3. haftet in voller Höhe, sofern das Kind die erforderliche Einsicht für sein Handeln hat.
  4. ist nicht haftbar zu machen. Gegebenenfalls haftet die aufsichtspflichtige Person.

Die richtige Lösung hier ist übrigens Antwort 2.

Begründung:

Ob ein minderjähriges Kind, das älter als sieben Jahre ist, für den verursachten Schaden haftet, richtet sich nach der Einsichtsfähigkeit des Kindes. Entscheidend ist die Frage: Konnte der Nachwuchs die Gefahr selbst erkennen? Unter Umständen haftet sie selbst. Dabei ist das Lebensalter ein Indiz: Je älter das Kind, desto eher haftet es selbst – und nicht die Eltern. So die Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch.

 

Bei Multiple-Choice-Aufgaben sind dann folglich stets mehr als eine der vorgegebenen Antwortmöglichkeiten richtig. Hier ist also von zwei bis zu allen Antwortoptionen alles möglich.

Beispiel:

In welchen der folgenden Fälle hat der Verbraucher kein Widerrufsrecht gem. BGB?

  1. Abschluss eines Fitnessvertrages im Studio
  2. Kauf eines Buches im Internet
  3. Erwerb eines Staubsaugers durch einen Vertreter in der eigenen Wohnung
  4. Kauf einer Heizdecke während einer Busfahrt
  5. Kauf eines Sofas im Möbelladen

Hier lauten die richtigen Lösungen 1 und 5.

Begründung:

Das gesetzliche Widerrufsrecht gem. BGB gilt grundsätzlich nur für Fernabsatz und Haustürgeschäfte. Haustürgeschäfte sind dabei alle Vertragsabschlüsse, die außerhalb der Geschäftsräume des Verkäufers stattfinden. Fernabsatzgeschäfte sind solche, die über Internet, Fax, Telefon, TV u.ä. abgeschlossen werden. In beiden Fällen gibt es Ausnahmen.

 

3. Wann ist die schriftliche § 34d-Prüfung bestanden?

Der schriftliche Prüfungsteil ist bestanden, wenn in vier der fünf Bereiche (siehe unten) jeweils mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte und im fünften Bereich mindestens 30 Prozent der erreichbaren Punkte erzielt wurden. Die Fragen können nur richtig oder falsch beantwortet sein. Es gibt also keine Teillösungen. Jede richtige Frage ergibt unabhängig von der Komplexität oder der Form jeweils einen Punkt.

 

4. Tipps und Lösungsstrategien für die schriftliche § 34d-Prüfung

Um die Aufgaben richtig zu lösen, ist es wichtig, dass Sie diese konzentriert und vollständig aufnehmen. Achten Sie auch auf Ihr Zeitmanagement in der Prüfung. Pro Aufgabe stehen Ihnen im Schnitt 1 ½ Minuten zur Verfügung. Wie bereits erwähnt bringt jede Aufgabe die gleiche Punktzahl. Sollte Sie also auf eine Aufgabe stoßen, die Sie nicht sofort lösen können, bietet es sich an, diese zunächst zurückzustellen. In der PC-Prüfung gibt es in der Regel eine Art Wiedervorlagefunktion, die Sie in diesen Fällen nutzen können. So können Sie sich diesen Aufgaben am Schluss eines Prüfungsteils erneut widmen.

Lesen Sie die Fragen langsam und ruhig durch. Markieren Sie sich ggf. wichtige Stellen mit der entsprechenden PC-Funktion. Nehmen Sie den Sinn der Frage auf und ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse. Beachten Sie Verneinungen und absolute Aussagen wie „stets“ oder „immer“.

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