Was ist ein No-Load-Fonds?

Ein No-Load-Fonds ist ein Investmentfonds, bei dem beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen keine Ausgabeaufschläge (Agio) und keine Rücknahmegebühren anfallen. Das bedeutet: Du zahlst nur den aktuellen Nettoinventarwert (NAV) des Fonds, ohne zusätzliche Vermittlungsgebühren. Allerdings fallen weiterhin laufende Verwaltungsgebühren (sogenannte Ongoing Charges Figure, OCF) an.

Prüfungsrelevante Unterscheidung

In der §34f-Prüfung ist wichtig, dass du No-Load-Fonds von Load-Fonds abgrenzen kannst. Load-Fonds belasten dich mit Ausgabeaufschlägen beim Kauf (oft 3–6%) oder Rücknahmegebühren beim Verkauf. No-Load-Fonds sparen dir diese Transaktionskosten – das macht sie besonders attraktiv für langfristig orientierte Anleger und Sparplananleger. Dennoch: Die fehlenden Gebühren bedeuten nicht, dass der Fonds kostenlos ist. Die laufenden Verwaltungskosten sind oft ähnlich wie bei Load-Fonds.

Typische Missverständnisse

Viele verwechseln No-Load mit kostenlos oder gebührenfrei. Das ist falsch. No-Load bezieht sich nur auf die Transaktionsgebühren beim Ein- und Ausstieg. Die jährliche Verwaltungsgebühr (TER – Total Expense Ratio) wird trotzdem berechnet. Auch solltest sie nicht glauben, dass No-Load-Fonds automatisch bessere Renditen liefern – sie ersparen dir lediglich die Einstiegskosten.

Praktische Relevanz in der Kundenberatung

Als Finanzanlagenvermittler wirst du Kunden auf No-Load-Fonds hinweisen, wenn diese kleinere Summen investieren oder regelmäßig sparen möchten. Die eingesparten Ausgabeaufschläge können sich über längere Zeiträume zu erheblichen Summen addieren. Im Vergleich: Bei einem 100.000-€-Investment mit 5% Ausgabeaufschlag sparst du mit einem No-Load-Fonds sofort 5.000 €. Diese Ersparnis wird oft reinvestiert und führt durch Zinseszinseffekte zu höheren Endvermögen – ein starkes Verkaufsargument.

Gesetzliche und regulatorische Einordnung

Im Kontext von §34f (Finanzanlagenvermittlung) musst du No-Load-Fonds als Anlageprodukt korrekt einordnen können. Du musst deinen Kunden die gesamte Gebührenstruktur transparent darstellen (PRIIP-Dokumente, Kosteninformationen gemäß MiFID II). No-Load bedeutet hier eine wichtige Unterscheidung bei der Produktauswahl und Kundenaufklärung.

Zusammenfassung

No-Load-Fonds sind Investmentfonds ohne Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren. Du zahlst beim Kauf und Verkauf von Anteilen nur den aktuellen Nettowert, sparst aber trotzdem die oft erheblichen Transaktionskosten gegenüber Load-Fonds ein.

Wichtig: No-Load bedeutet nicht gebührenfrei. Laufende Verwaltungsgebühren (TER) werden weiterhin erhoben. Für Sparer und kleinere Investitionen sind No-Load-Fonds attraktiv, da die eingesparten Ausgabeaufschläge langfristig zu deutlich höheren Renditen führen können.

In der Beratung nach §34f musst du diese Kostendifferenzierung sicher beherrschen und deinen Kunden transparent kommunizieren können, welche Gebühren tatsächlich anfallen.

Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34f lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.

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