Prüfungskontext: Warum ist das Alterseinkünftegesetz für §34d relevant?
In der Sachkundeprüfung nach §34d musst du verstehen, wie die steuerliche Behandlung von Altersvorsorge funktioniert. Das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) ist die Grundlage dafür, dass du deinen Kunden erklären kannst, welche Steuervergünstigungen bei Rentenbezug gelten und wie sich Vorsorgebeiträge auswirken. Die Prüfer fragen gezielt nach der schrittweisen Besteuerung von Renten und der Absetzbarkeit von Altersvorsorgebeiträgen.
Definition: Was ist das Alterseinkünftegesetz?
Das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) trat am 1. Januar 2005 in Kraft und regelt die steuerliche Behandlung von Altersvorsorge und Alterseinkünften in Deutschland. Es schafft eine schrittweise Annäherung zwischen der Besteuerung von Erwerbseinkommen und Renteneinkommen – das nennt man das Äquivalenzprinzip. Das Ziel: Eine faire und gerechte Steuerbehandlung über dein ganzes Leben hinweg.
Wie funktioniert die schrittweise Rentenbesteuerung?
Der steuerpflichtige Anteil einer Rente hängt vom Renteneintrittsjahrgang ab:
- Rentner vor 2005: 50 % Besteuerung
- 2005–2020: jedes Jahr +2 % mehr
- 2021 und später: jedes Jahr +1 % mehr
- Ab 2040: 100 % Besteuerung (vollständig steuerpflichtig)
Das bedeutet: Je später du in Rente gehen wirst, desto höher ist der Steuersatz auf deine Renteneinkünfte. Das ist wichtig für deine Kundenberatung – es beeinflusst die Altersvorsorgeplanung.
Die Gegenseite: Absetzbarkeit von Vorsorgebeiträgen
Um diese höhere Rentenbesteuerung auszugleichen, kannst du während deines Berufslebens Altersvorsorgebeiträge von der Steuer absetzen:
- Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung: Vollständig ab 2025 absetzbar
- Rürup-Renten (Basisrente): Schrittweise Absetzbarkeit, 2025 vollständig
- Betriebliche Altersvorsorge: Weitgehend absetzbar
Das Prinzip: In der Erwerbsphase zahlst du weniger Steuern, in der Rentenphase zahlst du mehr Steuern auf die Renteneinkünfte. So wird jede Phase gleichmäßig besteuert.
Typischer Prüfungsfehler
Viele Kandidaten verwechseln die schrittweise Steigerung mit einer Erhöhung der Rentenhöhe – das ist falsch! Es geht nur um den Steuersatz, nicht um die Rente selbst. Eine Rente von 1.000 Euro bleibt 1.000 Euro; nur der Anteil davon, der besteuert wird, wächst.
Praktische Bedeutung für deine Kundenberatung
Du musst deinen Kunden helfen zu verstehen, warum heute Altersvorsorge sinnvoll ist: du sparen jetzt Steuern und zahlen später zwar mehr Steuern auf die Rente, aber das ist geplant und fair verteilt. Das AltEinkG zeigt auch, warum private Altersvorsorge und geförderte Verträge wie die Rürup-Rente so wichtig sind.
Gesetzliche Grundlage
Das Alterseinkünftegesetz basiert auf einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2002, das die Ungleichbehandlung zwischen Renten und Pensionen rügte. Die Regelungen sind in §10a und §22 EStG (Einkommensteuergesetz) kodifiziert.
Zusammenfassung
Das Alterseinkünftegesetz regelt, wie Altersvorsorge besteuert wird: Renteneinkünfte werden schrittweise stärker besteuert (ab 2040 zu 100 %), während Vorsorgebeiträge in der Erwerbsphase stärker von der Steuer absetzbar werden. Das schafft eine faire Verteilung der Steuerlast über dein ganzes Leben.
Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34d lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.




