Was ist der Briefkurs?

Der Briefkurs (auch Ask-Preis genannt) ist der Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, ein Wertpapier oder einen anderen Vermögenswert zu verkaufen. Er ist der höhere der beiden Preise im Börsenhandel – der zweite ist der Geldkurs (Bid-Preis), zu dem ein Käufer bereit ist, zu kaufen. Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird als Spread bezeichnet.

Prüfungsrelevanz und typische Fehler

In der Sachkundeprüfung nach §34f musst du Briefkurs und Geldkurs sicher unterscheiden können – besonders in Szenarien zum Börsenhandel und zur Kundenberatung. Ein häufiger Fehler: Der Briefkurs wird mit dem "besseren" oder "günstigeren" Preis verwechselt. Das ist falsch – der Briefkurs ist immer der höhere Kurs und kostet dich mehr, wenn du kaufen möchtest. Wichtig ist auch, dass du verstehst, wie der Spread entsteht und warum er für die Liquidität eines Wertpapiers aussagekräftig ist.

Funktionsweise des Briefkurses

  1. Angebot des Verkäufers: Der Briefkurs zeigt den Preis, zu dem Verkäufer bereit sind, ihre Anteile abzugeben.
  2. Markttransaktionen: Wenn du kaufen möchtest, zahlst du den Briefkurs – dies ist dein echter Kaufpreis.
  3. Spread als Gewinn: Der Briefkurs liegt immer über dem Geldkurs. Die Differenz ist der Gewinn des Marktmachers oder Brokers.

Praktisches Beispiel

  • Geldkurs (Bid): 100 €
  • Briefkurs (Ask): 102 €
  • Spread: 2 €

Wenn du eine Aktie kaufen möchtest, zahlst du 102 € (Briefkurs). Ein Verkäufer erhält für denselben Wert nur 100 € (Geldkurs). Die 2 € Differenz verdient der Makler oder die Börse.

Bedeutung für deine Praxis als Finanzanlagenvermittler

  • Liquidität erkennen: Ein enger Spread (z.B. 1 €) deutet auf hohe Liquidität und geringe Transaktionskosten hin. Ein breiter Spread (z.B. 5 €) zeigt dir, dass das Wertpapier weniger häufig gehandelt wird.
  • Kundenberatung: Du musst Kunden erklären können, warum sie beim Kauf nicht den aktuellen Kurs, sondern den höheren Briefkurs zahlen – und umgekehrt beim Verkauf weniger erhalten als den Geldkurs.
  • Marktbedingungen bewerten: In volatilen Zeiten werden Spreads größer, weil Risiken für Market Maker steigen.

Faktoren, die den Briefkurs beeinflussen

  • Marktvolatilität: Je unsicherer der Markt, desto größer der Spread.
  • Handelsvolumen: Beliebte Aktien (Blue Chips) haben enge Spreads, dünn gehandelte Wertpapiere breite.
  • Marktlage: In Zeiten hoher Liquidität (z.B. Handelsöffnung) sind Spreads kleiner.

Zusammenfassung

Der Briefkurs ist der Preis, zu dem du einen Vermögenswert kaufen kannst – immer höher als der Geldkurs (Verkaufspreis). Die Differenz zwischen beiden ist der Spread, den Broker und Market Maker verdienen.

Für die Prüfung musst du vor allem verstehen: Briefkurs = Kaufpreis (teuer), Geldkurs = Verkaufspreis (günstig). Ein enger Spread signalisiert hohe Liquidität, ein breiter Spread warnt dich vor illiquiden Wertpapieren. In der Kundenberatung ist das entscheidend – deine Kunden zahlen den Briefkurs, erhalten beim Verkauf aber nur den Geldkurs.

Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34f lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.

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