Volltilgerdarlehen

Was ist ein Volltilgerdarlehen?

Ein Volltilgerdarlehen ist ein Immobiliendarlehen, bei dem du die gesamte Kreditsumme über die Laufzeit in gleichbleibenden Raten zurückzahlst. Am Ende der Vereinbarung ist das Darlehen vollständig getilgt – es bleibt keine Restschuld. Du zahlst also Zins und Tilgung in festen monatlichen Raten, bis der Kredit abbezahlt ist.

Prüfungskontext: Warum fragt der Prüfer danach?

In der Sachkundeprüfung nach §34i musst du Volltilgerdarlehen von anderen Darlehensformen (z. B. endfällige Darlehen, Annuitätendarlehen mit Restschuld) unterscheiden können. Der Prüfer testet, ob du verstehst, dass die Besonderheit dieses Darlehens die vollständige Tilgung ohne Anschlussfinanzierung ist – das ist für die Beratung von Immobilienkäufern essentiell.

Typische Verwechslungen

Viele verwechseln Volltilgerdarlehen mit normalen Annuitätendarlehen: Bei letzteren endet die Finanzierung oft mit einer Restschuld, die durch eine Anschlussfinanzierung gelöst werden muss. Beim Volltilgerdarlehen ist das ausgeschlossen – hier planst du von Anfang an ein, dass die gesamte Schuld getilgt wird.

Praktische Relevanz für deine Beratung

Als Immobiliardarlehensvermittler erklärst du Kunden häufig, dass Volltilgerdarlehen ihnen Planungssicherheit bieten. du wissen exakt, wann das Darlehen abbezahlt ist. Das ist besonders attraktiv für Käufer, die bis zum Renteneintritt schuldenfrei sein möchten. Du brauchst dieses Wissen, um zu berechnen, welche monatliche Rate erforderlich ist – sie ist höher als bei Darlehen mit Restschuld.

Vorteile für deinen Kunden

  • Planungssicherheit: Konstante monatliche Raten über die gesamte Laufzeit, keine Überraschungen bei der Anschlussfinanzierung.
  • Keine Restschuld: Am Ende der Laufzeit ist das Darlehen vollständig bezahlt.
  • Psychologischer Vorteil: Dein Kunde weiß genau, wann er schuldenfrei ist.

Nachteile und Herausforderungen

  • Höhere monatliche Belastung: Die Raten sind in der Regel höher als bei Darlehen mit Restschuld, da du schneller tilgen musst.
  • Weniger Flexibilität: Die hohen Raten lassen weniger Spielraum für Sondertilgungen oder kurzfristige finanzielle Engpässe.
  • Zinsrisiko: Ist die Laufzeit sehr lang, trägst du ein hohes Zinsänderungsrisiko, falls der Sollzinssatz nicht für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist.

Gesetzliche Grundlage

Volltilgerdarlehen unterliegen dem §34i GewO. Als Vermittler musst du sicherstellen, dass du deine Kunden umfassend über diese Darlehensform berätst und dabei alle relevanten Informationen (Zinssätze, Laufzeiten, monatliche Belastung) transparent darlegst.

Zusammenfassung

Ein Volltilgerdarlehen ist ein Immobiliendarlehen, bei dem du die gesamte Kreditsumme in gleichbleibenden monatlichen Raten vollständig zurückzahlst. Anders als bei klassischen Annuitätendarlehen bleibt am Ende der Laufzeit keine Restschuld – dein Kunde ist dann komplett schuldenfrei.

Der große Vorteil liegt in der Planungssicherheit: Dein Kunde kennt bereits bei Vertragsabschluss das genaue Enddatum seiner Schuldenfreiheit und benötigt keine Anschlussfinanzierung. Der Nachteil ist die höhere monatliche Belastung, da die Raten schneller tilgen müssen.

Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34i lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.

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