Beleihungsauslauf

Prüfungskontext: Warum ist der Beleihungsauslauf für deine §34i-Prüfung relevant?

Der Beleihungsauslauf ist eine Standardfrage in der Sachkundeprüfung nach §34i. Du musst verstehen, wie Banken damit das Kreditrisiko bewerten und wie dieser Wert die Konditionen für deine Kunden bestimmt. Es geht nicht nur um die Formel, sondern darum, dass du deinen Kunden erklären kannst, warum eine höhere Eigenkapitalquote bessere Zinsen bringt.

Definition

Der Beleihungsauslauf drückt aus, wie viel Prozent des Beleihungswerts der Immobilie du durch ein Darlehen finanzieren möchtest. Die Formel lautet:

Beleihungsauslauf (%) = (Darlehenssumme ÷ Beleihungswert) × 100

Praktisches Beispiel

Du vermittelst einen Kredit von 200.000 Euro für eine Immobilie mit einem Beleihungswert von 250.000 Euro. Der Beleihungsauslauf beträgt dann: (200.000 ÷ 250.000) × 100 = 80 %

Typische Fehler von Prüfungskandidaten

  • Verwechslung von Beleihungswert und aktuellem Marktwert: Der Beleihungswert ist meist konservativer bewertet – die Bank zieht Sicherheitsabschläge ab.
  • Annahme, ein hoher Beleihungsauslauf sei immer schlecht: Er ist riskanter, aber nicht automatisch unmöglich – es kommt auf die Bonität des Kreditnehmers an.
  • Vergessen, dass der Beleihungsauslauf die Zinskosten direkt beeinflusst.

Schwellenwerte und ihre Prüfungsrelevanz

  • Bis 60 %: Sehr sicher. Banks bieten beste Konditionen. Gut für Kandidaten, um zu zeigen, dass sie das optimale Finanzierungsszenario kennen.
  • 60–80 %: Standard. Normale Kreditvergabe mit marktüblichen Zinsen.
  • Über 80 %: Höheres Risiko. Bank verlangt Zinsaufschläge oder zusätzliche Sicherheiten. Im Prüfungsgespräch wichtig: Hier musst du wissen, wann eine Bank nein sagt.

Wie der Beleihungsauslauf in der Beratung funktioniert

Als Immobiliendarlehensvermittler zeigst du deinen Kunden: Mit mehr Eigenkapital (niedrigerer Beleihungsauslauf) sparen sie Zinskosten über die gesamte Kreditlaufzeit – das ist ein starkes Verkaufsargument. In der §34i-Prüfung wird erwartet, dass du diese Zusammenhänge flüssig erklären kannst.

Warum Banken den Beleihungsauslauf so ernst nehmen

Stell dir vor: Die Bank muss die Immobilie notfalls verkaufen, um ihr Darlehen einzutreiben. Bei 80 % Beleihungsauslauf hat sie noch 20 % Sicherheitspuffer. Darunter bleibt die Bank selbst bei schlechter Marktlage geschützt. Das ist der Kern des Risikomanagements.

Zusammenfassung

Der Beleihungsauslauf ist das Verhältnis zwischen der Darlehenssumme und dem Beleihungswert einer Immobilie – ausgedrückt in Prozent. Je niedriger dieser Wert, desto sicherer ist die Finanzierung für die Bank und desto bessere Konditionen erhält dein Kunde. Ein Beleihungsauslauf von 80 % ist Standard, unter 60 % gelten als sehr sicher.

In deiner Beratung musst du verstehen: Mehr Eigenkapital = niedrigerer Beleihungsauslauf = bessere Zinsen. Diesen Zusammenhang zu erklären ist deine tägliche Aufgabe als Vermittler und eine häufige Prüfungsfrage.

Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34i lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.

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