
Was ist ein Contract for Differences (CFD)?
Ein Contract for Differences (CFD) ist ein Finanzderivat, das es dir ermöglicht, auf Kursbewegungen eines Basiswerts (Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen) zu spekulieren, ohne diesen selbst zu besitzen. Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs.
Prüfungsrelevanz: Was fragt der Prüfer?
In der Sachkundeprüfung nach §34f musst du CFDs als komplexes Finanzinstrument einordnen können. Der Prüfer interessiert sich für: die Funktionsweise (Hebelwirkung, Long/Short), regulatorische Besonderheiten (EU-Hebelbeschränkungen, Negativsaldoschutz), Risiken für Kleinanleger und deine Fähigkeit, CFDs in der Kundenberatung korrekt darzustellen.
Wie funktioniert ein CFD?
- Eröffnung der Position: Du kaufst (Long) oder verkaufst (Short) einen CFD, je nachdem, ob du von steigenden oder fallenden Kursen ausgehst.
- Hebelwirkung: CFDs nutzen Hebel – du hinterlegst nur einen Bruchteil des Positionswerts als Margin. Das vervielfacht sowohl Gewinne als auch Verluste.
- Gewinn/Verlust: Ergebnis = (Schlusskurs − Eröffnungskurs) × Menge.
Typischer Fehler bei Kandidaten
Viele verwechseln CFDs mit echtem Aktienhandel oder unterschätzen die Hebelrisiken. Du musst klar unterscheiden: Bei CFDs besitzt du NICHTS real – nur eine Differenzkondition. Und der Hebel kann zu Verlusten über dein Einzahltes hinaus führen (ohne Negativsaldoschutz).
EU-Regulierung für Kleinanleger
- Hebelbegrenzung: Maximum 1:30 (bei Indizes), 1:20 (Rohstoffe), 1:5 (Kryptowährungen).
- Negativsaldoschutz: Du kannst nicht mehr verlieren als dein Kontostand – ein kritischer Schutzpunkt in der Beratung.
- Warnungen: Anbieter müssen transparent über Risiken aufklären (§34f-Pflicht).
Praktische Relevanz in der Beratung
Als Vermittler nach §34f musst du CFDs als Hochrisikoprodukte korrekt darstellen. Du darfst sie unerfahrenen Anlegern nicht einfach verkaufen – Risikowarnung, Eignung und Dokumentation sind Pflicht. CFDs sind für Spekulanten und erfahrene Trader gedacht, nicht für Altersvorsorge.
Beispiel
- Basiswert: Dax-Index
- Eröffnung: 18.000 Punkte
- Schließung: 18.100 Punkte
- Menge: 10 CFDs
- Hebel: 1:10 (Margin: nur 10% des Werts)
Gewinn Long-Position: (18.100 − 18.000) × 10 = 1.000 €. Bei 1:10-Hebel hast du aber nur ca. 18.000 € Margin eingezahlt – das ist eine 5,5%-Rendite auf dein Kapital in kurzer Zeit, aber auch ein enormes Verlustrisiko.




