Was ist die Gliedertaxe?
Die Gliedertaxe ist eine Bewertungsgrundlage in der Unfallversicherung, die festlegt, wie viel Prozent der Versicherungssumme du bei Verlust oder Funktionsbeeinträchtigung bestimmter Körperteile oder Sinnesorgane erhältst. Sie definiert feste Prozentsätze – beispielsweise 70 % bei Armverlust oder 60 % bei Beinverlust –, die automatisch ausgezahlt werden, ohne dass der konkrete finanzielle Schaden bewiesen werden muss.
Prüfungsrelevanz und typische Fragen
In der §34d-Prüfung musst du verstehen, warum die Gliedertaxe für Kunden so wichtig ist: sie schafft Planungssicherheit und Transparenz. Häufige Fragen drehen sich um den Unterschied zwischen Gliedertaxe und Invaliditätsgrad oder wie die Leistung berechnet wird. Ein typischer Fehler: Kandidaten verwechseln die Gliedertaxe mit einer echten Schadensersatzregelung – sie ist aber eine pauschale Entschädigungsregelung.
Praktische Bedeutung in der Beratung
Als Versicherungsvermittler musst du Kunden erklären können, dass die Gliedertaxe ihnen Sicherheit gibt: du wissen bereits vor dem Schadensfall, wie viel Geld sie bei welchem Unfall erhalten. Das ist für die Akzeptanz einer Unfallversicherung entscheidend. Ohne Gliedertaxe würde jeder Schadensfall einzeln verhandelt – die Gliedertaxe macht das Versprechen konkret und nachvollziehbar.
Gesetzliche Grundlage
Die Gliedertaxe ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern eine Branchenpraxis, die in den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) festgehalten ist. Sie basiert auf anerkannten Satztabellen, die je nach Versicherer leicht variieren können.
Zusammenfassung
Die Gliedertaxe legt fest, wie viel Prozent der Versicherungssumme du bei Verlust oder Funktionsbeeinträchtigung von Körperteilen erhältst. du bietet dir als Kunde volle Transparenz und Planungssicherheit – du weißt bereits vor Schadenseintritt, welche Leistung dir zusteht.
Für deine Beratung ist wichtig: Die Gliedertaxe ist eine pauschale Entschädigungsregelung, keine Schadensersatzregelung. Sie ermöglicht schnelle, unbürokratische Leistungen, weil der Versicherer nicht lange den Schaden berechnen muss.
Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34d lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.




