Was ist ein Basiswert?

Der Basiswert, auch Underlying genannt, ist das zugrunde liegende Finanzinstrument, auf dem Derivate wie Optionen, Futures oder Zertifikate basieren. Beispiele sind Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen. Der Wert eines Derivats hängt direkt von der Kursentwicklung des Basiswerts ab. Durch die Verbindung zu einem Basiswert ermöglichen Derivate dir, von Preisbewegungen zu profitieren, ohne das zugrunde liegende Asset direkt besitzen zu müssen.

Prüfungsrelevanz: Das fragt der Prüfer

In der Sachkundeprüfung nach §34f wirst du darauf geprüft, dass du Basiswerte von Derivaten unterscheiden kannst, die Preisabhängigkeit erklärst und verschiedene Arten von Basiswerten (Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen) anführen kannst. Häufig wird auch gefragt, wie Derivate ihren Wert aus dem Basiswert ableiten und welche Risiken sich daraus ergeben.

Typische Fehler

Viele Kandidaten verwechseln den Basiswert mit dem Derivat selbst oder denken, dass man den Basiswert immer physisch kaufen muss, um mit Derivaten zu handeln. Das ist falsch: Der Basiswert ist nur das Referenzobjekt – der tatsächliche Handel erfolgt über das Derivat. Auch wird oft übersehen, dass ein Derivat immer mehrere Basiswerte haben kann (z.B. bei Index-Optionen).

Arten von Basiswerten

  • Aktien: Einzelne Unternehmensanteile (z.B. Siemens, Apple)
  • Indizes: Zusammenstellungen wie DAX, S&P 500 oder Nikkei
  • Rohstoffe: Gold, Öl, Silber oder Agrarprodukte
  • Währungen: Euro, US-Dollar, Yen, Pfund Sterling (Forex-Markt)
  • Anleihen: Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen

Funktionsweise in Derivaten

Das Derivat ist vertraglich an einen oder mehrere Basiswerte gebunden. Sein Preis wird durch drei Faktoren bestimmt: (1) die aktuelle Kursentwicklung des Basiswerts, (2) die Vertragsbedingungen (Laufzeit, Basispreis/Strike) und (3) die Markterwartung. Steigt der Kurs des Basiswerts, steigt in der Regel auch der Wert des Long-Derivats – und umgekehrt.

Gesetzliche Grundlage

Basiswerte sind in der MiFID II und der MAR (Marktmissbrauchsverordnung) definiert und reguliert. Nach §34f GewO musst du als Finanzanlagenvermittler die verschiedenen Basiswerte und deren Risiken deinen Kunden transparent erklären können.

Zusammenfassung

Der Basiswert ist das zugrunde liegende Finanzinstrument (Aktie, Index, Rohstoff, Währung), auf dem ein Derivat basiert. Als Finanzanlagenvermittler nach §34f musst du verstehen, dass der Wert des Derivats direkt von der Kursentwicklung des Basiswerts abhängt – das ist eine Prüfungsfrage, die sicher kommt.

Es gibt fünf Hauptarten von Basiswerten: Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen und Anleihen. Jede Art hat eigene Merkmale, Liquidität und Risiken. Der häufigste Fehler von Kandidaten ist zu glauben, man müsse den Basiswert selbst kaufen – das ist falsch, man handelt über das Derivat.

Für deine Beratungspraxis bedeutet das: Du musst Kunden erklären können, wie Derivate funktionieren, welche Basiswerte es gibt, und warum die Wahl des Basiswerts für das Risikoprofil entscheidend ist.

Im Vorbereitungskurs für die Sachkundeprüfung nach §34f lernst du, wie du dieses Thema sicher in der Prüfung beherrschst.

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